Steigbügel richtig einstellen

Steigbügel gehören heutzutage für fast jeden Reiter zur täglichen Ausrüstung. Ob Springen, Dressur, Vielseitigkeit, Western oder Freizeitreiten – Steigbügel werden immer benutzt und geben dem Reiter ein Gefühl der Sicherheit aber auch Gleichgewicht und sollen zu einem korrekten Sitz verhelfen. Die meisten Reiter sind so an den Steigbügel gewöhnt, dass ein Reiten ohne Bügel schon schwer fällt. Wer kennt schon nicht diesen verhassten Satz, wenn der Reitlehrer sagt „Jetzt mal die Bügel überschlagen!“ und dann am besten noch „Jetzt leichttraben!“…ohne Bügel natürlich. Das ist gar nicht mal so einfach. Aber auch in Reiterwettbewerben wird das ohne Bügel reiten oftmals abgefragt. Der Bügel soll schließlich nur als Unterstützung dienen, aber nicht Knieschluss oder auch Gleichgewicht komplett übernehmen.

Doch wie findet man eigentlich die richtige Bügellänge? Dazu gibt es verschiedene Methoden!

Armlänge als Maßstab

Diese Methode ist wohl die bekannteste und gängigste. Um mit Hilfe der Armlänge die richtige Bügellänge zu bestimmten, legt man die Fingerspitzen an die Steigbügelfeder und den Steigbügel in die Achsel des ausgestreckten Armes. Der Steigbügelriemen muss dabei gespannt sein. Geht der Riemen samt Bügel abschließend bis zu Achsel, ist dies ungefähr die richtige Steigbügellänge. Je nach Körperbau ist diese Methode mehr oder weniger zuverlässig, daher sollte die Länge auf dem Pferd sitzend nochmals überprüft werden.

Beinlänge als Maßstab

Alternativ kann man auch durch die Beinlänge die richtige Bügellänge finden. Dazu muss der Reiter sich schon aufs Pferd setzten und die Beine einfach runter hängen lassen. Befindet sich der Steigbügel auf gleicher Höhe wie der Fußknöchel, hat er die richtige Länge.

In der Regel gilt, dass auf dem Pferd immer nochmal nachgefühlt werden sollte und verstellt werden kann. Das Bügelmaß ist auch keine feste Sache. Man sollte sich mit der Bügellänge wohlfühlen und auch der Reitlehrer kann einen Blick auf die richtige Länge werfen.

Zum Ausreiten oder bei der Arbeit mit Stangen kann man die Bügel gut 1 bis 2 Löcher kürzer machen um bei einer unerwarteten Reaktion des Pferdes einen etwas festeren Halt zu haben. Im Springsattel kann das Bügelmaß ruhig 3 bis 6 Löcher kürzer sein um in den Entlastungssitz gehen zu können.

Sitzfehler durch falsche Bügellänge

Die falsche Bügellänge kann zu Seitzfehlern bzw. –Problemen führen.

Zu kurze Bügel können zum Beispiel zu einem sogenannten Stuhlsitz führen, da die Unterschenkel nach vorne geschoben werden. Durch zu kurze Bügel kommt der Oberkörper auch schnell hinter die Senkrechte und der Reiter sitzt dann hinter der Bewegung des Pferdes. Dadurch geht auch das Gleichgewicht verloren. Wenn die Knie durch zu kurze Bügel zu hoch kommen, wird schnell die Ferse nach oben gezogen und so das Becken des Reiters blockiert wodurch ein Mitschwingen in der Bewegung des Pferdes verhindert wird.

Auch zu lange Bügel wirken sich negativ auf den Sitz aus. Das Bein des Reiters und der Sitz werden durch zu lange Bügel gestreckt und das Mitschwingen in der Bewegung des Pferdes ist nicht mehr ausreichend möglich. Der Absatz der Ferse kann außerdem nicht mehr den tiefsten Punkt bilden sondern wird nach oben gezogen. Dadurch verliert der Reiter den Halt im Bügel und stellt sich dann in den Bügel um dies wieder auszugleichen. So kann der Reiter aber auch nicht mehr im Becken locker mitschwingen und verteilt sein Gewicht eher auf die Oberschenkel. So kommt es schnell zu einem   Spaltsitz des Reiters.

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In den Videos gibt es von REITTV nochmal interessante Tipps zu diesem Thema anschaulich erklärt!

 

 

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