Sicherheit im Reitsport

Im Reitsport steht die Sicherheit sowohl für das Pferd als auch für den Reiter an erster Stelle. Pferde sind Fluchttiere und selbst das nervenstärkste Tier kann sich leicht erschrecken und zum Beispiel zur Seite springen, durchgehen oder unvermittelt treten. Dabei können Unfälle nicht nur beim Reiten passieren, sondern ebenso im täglichen Umgang mit dem Pferd. Wer schon länger Erfahrung mit Pferden hat, kann riskante Situation wahrscheinlich schneller und besser einschätzen, trotzdem können Unfälle beim Reiten oder im Stall Anfängern wie Profis gleichermaßen treffen. Daher sollte man nie vergessen, dass es sich bei Pferden um Tiere handelt, die aus Instinkten heraus reagieren. Um Unfällen vorzubeugen, gilt es, einige Sicherheitsvorkehrungen zu beachten. 

Die richtige Ausrüstung im Stall

Im Umgang mit dem Pferd sollte stets festes Schuhwerk getragen werden. Für den Stall eignen sich in keinem Fall offene Schuhe oder gar Flipflops. Falls das Pferd einmal zur Seite springt oder einen Schritt in die falsche Richtung macht, können die Füße schnell in Mitleidenschaft gezogen werden. Außerdem sollte man sicheren Halt in den Schuhen haben, sodass man beim Führen des Pferdes nicht unvermittelt stolpert oder mit den Schuhen irgendwo hängen bleibt. Beim Longieren und gegebenalls auch beim Führen, zum Beispiel von junge Pferden, sollten Handschuhe getragen werden. So hat man einen festeren Griff an der Longe oder am Strick und zieht sich keine Verletzungen zu, wenn diese abrupt durch die Hand gezogen werden, sollte sich das Pferd erschrecken und losrennen wollen.

Die richtige Reitbekleidung

Beim Reiten sollte ebenfalls auf sichere Kleidung geachtet werden. Dazu zählen insbesondere eine Reithose, Handschuhe und Stiefeletten oder Reitstiefel. Eine Reithose mit Teil- oder Vollbesatz sorgt dafür, dass man einen besseren Halt im Sattel hat und nicht auf dem glatten Leder ins Rutschen gerät. Handschuhe schützen die Hände vor Blasen und Wunden durch raue Zügel. Außerdem sorgen sie für einen besseren Griff. Beim Reiten sollten unbedingt Stiefeletten oder Stiefel getragen werden, also Schuhe die mindestens über die Knöchel reichen. Diese sollten außerdem nicht zu klobig sein und einen Absatz besitzen. Mit Turnschuhen oder zu klobigen Schuhen ohne Abasatz besteht die Gefahr, durch den Steigbügel zu rutschen und im Falle eines Sturzes den Fuß nicht mehr aus dem Bügel zu bekommen und hängenzubleiben, was zu ernsthaften Verletzungen führen kann. Am besten eignen sich Stiefeletten in Kombination mit Chaps oder Reitstiefel. Sie sorgen zusätzlich für einen besseren Halt und eine bessere Lage des Unterschenkels beim Reiten. Insgesamt ist es wichtig, dass das Schuhwerk, aber auch die andere Bekleidung richtig passt und korrekt sitzt. Auf Schmuck sollte man beim Reiten und im Stall größtenteils verzichten. Gerade sehr lockere Ketten und Armbänder, lange Ohrringe, aber auch Ringe am Finger bergen die Gefahr, dass man mit ihnen irgendwo hängen bleibt. Im Falle eines Sturzes kann dies sehr gefährlich werden.

Helm und Schutzweste

Ohne Helm zu reiten sollte keine Option sein. Der Kopf ist sehr empfindlich und sollte in jedem Falls geschützt werden, um bleibende Schäden zu vermeiden. Auch das liebste und erfahrenste Pferd kann sich erschrecken oder es passiert ein Unfall durch die Unachtsamkeit eines anderen Reiters. Auch im Umgang mit dem Pferd empfiehlt es sich einen Helm zu tragen. Steigt das Pferd oder schlägt unvermittelt mit den Hufen aus, kann man am Kopf getroffen werden.

Eine Schutzweste oder ein Rückenprotektor sollten vor allem bei Springen oder beim Reiten im Gelände getragen werden. Hier ist die Wahrscheinlichkeit im Falle eines Sturzes sehr hoch, dass man auf hartem Boden oder auf Gegenständen wie Stangen, Ständern oder im Gelände sogar auf Steinen landet und sich im schlimmsten Fall an der Wirbelsäule verletzt. Schutzwesten und Rückenprotektoren eignen sich auch für Anfänger, die gerade erst mit dem Reiten beginnen. Helm und Schutzweste sollten in der passenden Größe gekauft werden. Ein nicht richtig sitzender Helm oder eine nicht passende Schutzweste sind genauso gefährlich wie sie gar nicht zu tragen. Eine Beratung in eurem EQUIVA Markt zur richtigen Passform wird daher dringend empfohlen.

Wichtig: Im Falles eines Sturzes, vor allem auf den Kopf, oder wenn der Reithelm auf harten Boden fällt, sollte er ausgetauscht werden, da sonst der volle Schutz  nicht mehr gewährleistet werden kann.

Der Umgang mit dem Pferd

Um Unfälle zu vermeiden ist es wichtig, dass man mit dem Pferd richtig umgeht und seine Verhaltensweisen kennt. Man sollte niemals zu nah hinter einem Pferd hergehen, falls dieses plötzlich austritt. Wenn man sich einem Pferd nähert und davon ausgehen muss, dass es einen nicht sieht oder wahrnimmt, sollte man es zuvor ansprechen, damit es weiß, dass jemand kommt und sich nicht erschreckt. Pferde sollten immer am Zügel oder am Strick geführt werden, niemals direkt an der Trense oder am Halfter. Der Strick wird etwa 20 cm unter dem Haken angefasst. Das Pferd darf nicht vorgehen und den Weg bestimmen, aber auch nicht hinter einem laufen. Zügel, Longe oder Führstrick dürfen nicht um die Hand gewickelt werden, da sie sich sonst schnell zusammenziehen und die Hand abschnüren, wenn das Pferd sich erschreckt und losrennt. Außerdem sollten Zügel, Longe oder Strick nicht bis auf den Boden herunterhängen, da das Pferd sonst darauf treten und sich erschrecken könnte. Führt man das Pferd mit Trense am Zügel, sollten diese vorher vom Hals genommen werden.

Richtiges Anbinden

Beim Putzen werden die meisten Pferde am Putzplatz oder vor der Box angebunden. Wie lang der Strick dabei sein darf, hängt vom Pferd ab. Er soll das Pferd auf seinem Platz halten, gleichzeitig jedoch die Möglichkeit geben, dass es sich umblicken kann. Als Mittelmaß für die Anbindelänge gelten etwas 60 bis 80 Zentimeter. Das Pferd kann sich natürlich immer noch bewegen, daher sollte darauf geachtet werden, dass es nicht in Gegenstände wie zum Beispiel Putzkoffer, Stühle oder Schubkarren hineinlaufen kann. Pferde sollten niemals an beweglichen Gegenständen wie zum Beispiel Türen angebunden werden, da sie sich durch die Bewegung erschrecken könnten. Vor allem ist es gefährlich, wenn das Pferd die Gegenstände hinter sich herzieht. Hier noch etwas umformulieren. Um im Falle eines Erschreckens des Pferdes schnell handeln und das Pferd losmachen zu können, eigenen sich zum einen Führstricke mit sogenannten Panikhaken, die sich auch auf Spannung schnell öffnen lassen. Zum anderen sollte der Führstrick durch spezielle Anbindeknoten befestigt werden, die sich ebenfalls mit einem Handgriff lösen lassen. Man sollte das Pferd nicht aus den Augen oder alleine angebunden stehen lassen, damit man schnell reagieren kann, sollte etwas passieren. 

Ausreiten im Hellen und Dunklen 

Möchte man Ausreiten gehen, sollte man sein Pferd gut kennen. Trotzdem empfiehlt es sich, nie alleine Ausreiten zu gehen, sondern immer in Begleitung. Gerade im Gelände können unvorhergesehene Dinge schneller passieren als man denkt und das Pferd fühlt sich in der eventuell fremden Umgebung nicht so sicher wie zu Hause auf dem Reitplatz oder in der Halle. Für den Notfall sollte außerdem ein Handy mitgenommen werden und bei längeren Ausritten eine Ausreitapotheke. Wichtig ist auch, dass man gut sichtbare Kleidung trägt um von anderen Spaziergängern, Autofahrern, Tieren oder sogar gegebenenfalls von Jägern gut gesehen zu werden Man sollte also nicht unbedingt gedeckte Farben tragen und im Dunklen in jedem Fall gut sichtbare Reflektorartikel am Pferd und am eigenen Körper befestigen. Gerade im Dunklen oder bei Dämmerung kann man als Reiter am Straßenrand schnell übersehen werde. Reflektorartikel in Form von Westen, Gamaschen, Hufglocken, Decken und vielem mehr, beugen Unfällen vor. In manchen Bundesländern sind außerdem Ausreitplaketten Pflicht.

Insgesamt ist es wichtig, mit Pferden umsichtig und vorausschauend umzugehen. Selbst auf das bravste Pferd sollte man ich nie blindlinks verlassen und leichtsinnig im Umgang werden. Jedes Pferd reagiert außerdem anders und man muss jedes neue Pferd zunächst richtig kennenlernen. Man sollte sich und sein Pferd nicht überschätzen und immer auf Nummer Sicher gehen. Vor allem beim Reiten zu Hause oder im Gelände, aber auch im Umgang mit dem Pferd, sollte man aufmerksam sein und immer auf die Körpersprache des Pferdes achten, sodass man richtig auf das Verhalten der Tiere reagieren kann. Wichtig ist aber auch, dass das Pferd richtig erzogen wird und gehorsam ist. Ebenso bedeutsam ist eine Vertrauensbasis zwischen Pferd und Mensch, sodass das Pferd sich in der Gesellschaft des Menschen sicher fühlt, auch in neuen oder beängstigenden Situationen. 

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