Leinsamen: Schön schleimig!

Was einem zunächst etwas eklig erscheint, ist tatsächlich eine sehr hilfreiche und teils lebensnotwendige Substanz: Schleim!
St. Hippolyt hat dir in diesem Beitrag viele Infos zum Thema zusammen gestellt.

Schleim (lat. mucus) ist eine organische Substanz von zähflüssiger Konsistenz, die sowohl von pflanzlichen als auch von tierischen Zellen, insbesondere Schleimhäuten (lat. mucosa), gebildet wird. Bei den im Schleim enthaltenden Schleimstoffen (lat. Mucine) handelt es sich biochemisch betrachtet um heterogene Polysaccharide (Kohlenhydrate), die in der Lage sind Wasser aufzunehmen und dadurch eine gelartige Konsistenz zu bilden. Grundsätzlich übernehmen Schleimstoffe sowohl beim Tier als auch bei der Pflanze nützliche Aufgaben, die insgesamt als Schutzfunktion zusammengefasst werden können.

 

Tierische Schleimstoffe

Bei Tieren sind Schleimstoffe überwiegend aus Glycoproteinen (Proteine mit einem Zuckerrest) aufgebaut. Sie überziehen die Oberfläche von Schleimhäuten und Organen und wirken protektiv gegen mechanische, physikalische und chemische Reize. Somit wird das empfindliche Gewebe unter anderem vor Abrieb und Austrocknung geschützt. Darüber hinaus können unerwünschte Fremdpartikel eingehüllt und abgeleitet werden. Davon profitieren z. B. Augen und Atemwege, die ständig Fremdkörpern aus der Luft ausgesetzt sind. Im Gelenkknorpel sorgen bestimmte Schleimstoffe (Glycosaminoglycane) aufgrund ihrer hohen Wasserbindungskapazität für Elastizität und Stoßdämpfung. Auch im Speichel kommen Schleimstoffe zum Einsatz, indem sie die Viskosität erhöhen und den Speisebrei gleitfähig machen.

Besonders hervorzuheben sind die Aufgaben, die Schleim bzw. Schleimstoffe im Verdauungstrakt übernehmen. Im Magen schützen Schleimstoffe die Magenwände vor der Magensäure. Im Darm bilden Schleimstoffe den Kontakt zum Darmmikrobiom und sind an der Barrierefunktion des Darmepithels sowie passiv an der Regulierung der darmassoziierten Immunreaktion beteiligt. Schleimstoffe erleichtern zudem Passage und Ausscheidung des Darminhalts.

 

Pflanzliche Schleimstoffe

Schleimstoffe in Pflanzen sind hauptsächlich aus Heteropolysacchariden (Mehrfachzucker bestehend aus unterschiedlichen Einfachzuckermolekülen) aufgebaut. Sie übernehmen in der Pflanze ebenfalls Schutzfunktionen, z. B. Schutz vor Verletzungen. Sie kommen unter anderem in Hülsenfrüchten, Getreiden und auch Kräutern in verschiedenen Kompartimenten vor. Durch die hohe Wasserbindungskapazität profitieren vor allem Pflanzensamen von den Schleimstoffen, da das gebundene Wasser wichtig für die Keimung ist.

 

Verwendung pflanzlicher Schleimstoffe

In der Phytotherapie werden pflanzliche Schleimstoffe beim Tier vor allem als Ergänzung oder Ersatz der körpereigenen Schleimstoffe, unter anderem zur Unterstützung der Verdauung, eingesetzt.

Pflanzliche Schleimstoffe lassen sich nochmals unterteilen:

-          Wasserlösliche Schleimstoffe haben ein lokale Wirkungsweise und können unter anderem Entzündungen abmildern, das Immunsystem stärken oder auch Giftstoffe aufnehmen.

-          Wasserunlösliche Schleimstoffe sind vor allem beim Verdauungsvorgang hilfreich. Sie kleiden die empfindlichen Schleimhäute zusätzlich aus und regulieren das Darmmikrobiom. Zudem steigern sie das Darmvolumen, regen somit die Peristaltik an und verstärken außerdem den Effekt der körpereigenen Schleimstoffe hinsichtlich Transport und Ausscheidung des Darminhalts.

 

Die Leinsamen

In der Pferdeernährung sind, neben Flohsamenschalen, die wohl bekanntesten Lieferanten von Schleimstoffen (ca. 7 %) die Samen des Flachses (Linum usitatissimum): Leinsamen oder Leinsaat genannt. In Verbindung mit Wasser bilden Leinsamen schnell und üppig Schleimstoffe und erfüllen beim Pferd einige diätetische Funktionen. Lässt man den Leinsamen bereits vor dem Füttern in Wasser quellen und verfüttert ihn mit den gebildeten Schleimstoffen, so können die Schleimstoffe bereits im Magen ihre Funktion ausüben und die Magenwände vor der Magensäure schützen. Besonders bei stressanfälligen, magenempfindlichen Pferden oder bei vorhandenen Magenreizungen bzw. Magengeschwüren profitiert das Pferd von den schützenden Schleimstoffen der Leinsamen. Soll der Leinsamen erst im hinteren Darmtrakt „aktiv“ werden, so kann er problemlos trocken verfüttert werden. Das im Verdauungstrakt enthaltene Wasser lässt die Leinsamen quellen und die begehrten Schleimstoffe bilden. Eine Gefahr von Verstopfung besteht nicht, da der Schleim durch seinen Wassergehalt naturgemäß absolut gleitfähig ist.

Die Schleimstoffe des Leinsamens helfen zudem beim Abtransport von Sand aus dem Verdauungstrakt. Bei der Aufnahme von Fremdpartikeln besteht jedoch kein Grund zur Annahme, dass Nährstoffe mit eingeschlossen und abtransportiert werden. Ganz im Gegenteil kann die Gabe von Leinsamen die Rohprotein- und Fettverdaulichkeit sogar verbessern. Lediglich Medikamente wie z. B. Antibiotika sollte man zeitversetzt zu Leinsamen füttern.

 

Eine weitere prominente Eigenschaft des Leinsamens ist sein hochwertiges Öl, das etwa 40 % des Leinsamens ausmacht. Das Besondere am Leinöl ist der hohe Gehalt (ca. 50 %) an α-Linolensäure, einer essentiellen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäure. Neben ihren antiinflammatorischen (entzündungshemmenden) Eigenschaften wirken sich Omega-3-Fettsäuren positiv auf Haut und Haare aus, sorgen für die Elastizität des Hufhorns und fördern die Fruchtbarkeit. Diese Eigenschaften machen Leinsamen zu einem idealen Permanentbegleiter in der Ration. Egal ob während des Fellwechsels, bei Pferden mit empfindlichem Magen-Darmtrakt, oder einfach um eine geregelte Verdauung und ein gesundes Haut- und Haarerscheinungsbild zu fördern ist Leinsamen hervorragend einsetzbar.

 

Negative Schlagzeilen macht der Leinsamen hin und wieder aufgrund seiner blausäurehaltigen Glykoside (Zuckerverbindungen), obwohl diese futtermittelrechtlich geregelt sind und einen Gehalt von 250 mg/kg Leinsamen nicht übersteigen dürfen. Selbst ohne vorheriges Kochen und dem damit verbunden Denaturieren des pflanzeneigenen Enzyms Linamarase, welche durch Spaltung des Glykosids die Blausäure freisetzt, ist eine Gefahr für die Gesundheit des Pferdes auszuschließen, solange man Obergrenzen bzw. Fütterungsempfehlungen einhält.

 

Um die Schleimstoffe und die wertvollen Omega-3-Fettsäuren aus dem Leinsamen nutzen zu können, ist das Schroten oder Quetschen des Leinsamens nötig, denn selbst durch den Kauvorgang kann nicht jeder Samen vom Pferd geknackt werden, da die Samen sehr flach sind. Beim Quetschen und Schroten gibt es wiederum den Nachteil, dass die Leinsamen bzw. die enthaltenen Fettsäuren mit dem Sauerstoff aus der Luft reagieren (Oxidation) und dadurch die Haltbarkeit extrem reduziert wird. In einem patentierten Verfahren wird der Leinsamen St. Hippolyt LinuStar® jedoch „gecrackt“. Durch dieses Cracken entstehen Mikrorisse in der Schale des Leinsamens. Durch diese feinen Risse wird der Samen vor der zu Verderb führenden Oxidation geschützt und gleichzeitig können die Schleimstoffe und Fettsäuren verlässlich freigesetzt werden. St. Hippolyt LinuStar® ist goldgelber Leinsamen und reich an wertvollen Schleimstoffen und essentiellen Omega-3-Fettsäuren. St. Hippolyt LinuStar® unterstützt die Verdauung und ein gesundes und glänzendes Haut- und Fellbild. Für magenempfindliche und kolikanfällige Pferde sowie im Fellwechsel ist St. Hippolyt LinuStar® immer ideal einsetzbar. 

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