Gebissarten beim Pferd - Das passende Pferdegebiss

Das Gebiss, auch Trense genannt, liegt in einer zahnfreien Lücke des Pferdemauls. Die Backenstücke, an denen das Gebiss befestigt wird, dürfen nicht zu eng und nicht zu locker verschnallt werden. Idealerweise bilden sich zwei Hautfalten am Mundwinkel des Pferdemauls. Auch die Größe des Gebisses spielt eine wichtige Rolle. Ein zu langes Gebiss würde im Maul zu sehr hin und her rutschen, ein zu kurzes die Hautfalten einklemmen. Generell sollte das Gebiss einen halben Zentimeter auf beiden Seiten länger sein als das Pferdemaul breit ist.

Welches Gebiss passt meinem Pferd?

Heutzutage haben Pferdebesitzer eine große Auswahl an Gebissen jeglicher Art. Beim Kauf eines Gebisses solltest du dir folgende Fragen beantworten:

  1. Wie weit bist du selbst ausgebildet und was kann dein Pferd?
  2. Wie verhält sich deine Hand beim Reiten?
  3. Was willst du erreichen? Worin kann dich das Gebiss unterstützen?

Die Wirkungsweise von Gebissen ist von Grund auf vollständig von der Einwirkung der Reiterhand abhängig. Es gibt sie in den verschiedensten Varianten, sogar mit Geschmack. Im Folgenden möchten wir Dir einmal ein Paar Gebissarten vorstellen. Diese Aufstellung ist also nicht vollständig.

Wassertrense

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Eine Wassertrense ist ein einfach (s.Bild) oder doppelt gebrochenes Gebiss bestehend aus zwei gleichlangen Schenkeln, die mit einem beweglichen Gelenk miteinander verbunden sind. Wassertrensen werden am häufigsten verwendet. Der Name der Wassertrense rührt daher, dass die Pferde auch trotz dieses Gebisses noch gut trinken können. Ursprünglich gab es sie fast immer nur einfach gebrochen, mittlerweile werden jedoch die doppelt gebrochenen Wassertrensen meist bevorzugt. Doppelt gebrochene Gebisse werden deswegen bevorzugt, da sich diese nicht so stark auf die Zunge auswirken. Bei einfach gebrochenen Gebissen kann es passieren, das die Pferdezunge eingeklemmt wird und das Gebiss an den Gaumen des Pferdemauls stößt.

Olivenkopfgebiss

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Das Olivenkopfgebiss hat seinen Namen daher, dass die Gebissringe eine olivenähnliche Form besitzen und sich nicht verschieben lassen. Diese Form soll verhindern, dass die Lefzen des Pferdes beim Reiten eingeklemmt werden, wenn das Gebiss sich aus verschiedenen Gründen (zum Beispiel äußere Einwirkung durch Sturz des Reiters) durchs Pferdemaul zieht.

Schenkel - und Knebeltrense

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Unter Schenkeltrense, meist auch Knebeltrense genannt, versteht man ein bewegliches Gebiss, das an beiden Seiten einen etwas längeren Stab besitzt. Knebel-/Schenkeltrensen gehören zur Gruppe der Olivenkopfgebisse und wirken ähnlich wie ein Olivenkopfgebiss, da es auch durch die seitlichen Anzüge verhindert, dass es durch das Pferdemaul gezogen wird. Eine Schenkeltrense bietet eine ausgezeichnete Unterstützung, um das Pferd aufzurichten, geradezurichten und auf der Linie zu halten. Um einen leichten Druck auf das Genick auszuüben, der Pferde vermehrt zum vorwärts-abwärts Dehnen anregt, können die oberen Schenkelhälften an den Backenstücken fixiert werden.

Kandarengebisse

Kandaren werden meist im Spring- und Dressursport verwendet. Sie bestehen aus einem Stangengebiss mit Hebelwirkung. Die Hebel an den beiden Seiten bestimmen wie scharf das Gebiss eingesetzt werden kann. Ist der Hebel kurz, ist das Gebiss nicht sehr scharf. Bei langen Hebeln sollte jedoch mit einer sehr ruhigen Reiterhand pariert werden, da lange Hebel die Einwirkung verstärken. Beide Gebisse verfügen über eine Kinnkette, die nicht zu stramm und nicht zu locker verschnallt sein sollte.

Dressurkandare

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In der Dressur besteht das Kandarengebiss aus zwei Teilen, dem Stangengebiss und einer Unterlegtrense. Das Stangengebiss hat in der Mitte eine kleine Wölbung, die für die Freiheit der Pferdezunge sorgen soll. Je stärker die Wölbung ist, desto mehr Zungenfreiheit ist gegeben. Hier ist aber Vorsicht geboten, da eine zu starke Wölbung des Gebisses eventuell unangenehm an den Gaumen des Pferdes stoßen kann. Du solltest bei der Auswahl eines Kandarengebisses also darauf achten, dass eine Zungenfreiheit gegeben, diese aber nicht so stark ausgeprägt ist um dein Pferd bei der Arbeit nicht zu behindern.

Springkandare oder Pelham

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Im Gegensatz zur Dressurkandare bestehen Springkandaren aus nur einem Gebiss mit Hebelwirkung. Die Unterlegtrense entfällt. Eine individuelle Kombination bietet das sogenannte Pelham, das aus einer Kombination von Hebelwirkung und Unterlegtrense fungiert. Es verfügt also nicht zwingend über eine Stange, sondern ein einfach oder doppelt gebrochenes Gebiss.

Probleme im Maulbereich – Gebisslose Zäumung

Findest du Gebisse überflüssig und reitest gerne im Gelände oder hat dein Pferd vielleicht eine Verletzung am Maul und du kannst es nicht mit Gebiss reiten? Dann wäre eine gebisslose Zäumung die optimale Lösung. Ein Hackamore beispielsweise besteht aus einem breiten Lederriemen mit Anzügen aus Metall. Beim Anzug der Zügel wirken sich je nachdem wie lang die Anzüge sind starke Kräfte auf das Nasenbein deines Pferdes aus. Achte hierbei bitte darauf, dass deine Hand einfühlsam reagiert um dem Pferd nicht wehzutun.

Abschließend ist noch einmal zu erwähnen, dass jeder Reiter mit seiner Hand direkt auf Trense und Pferdemaul einwirkt. Aus diesem Grund solltest du dich beim Kauf eines Gebisses individuell beraten lassen. Wie du für dich und dein Pferd das richtige Gebiss finden kannst, wird im Video erklärt!

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