Die Qual der Wahl - der EQUIVA Deckenratgeber

Worauf du bei der Wahl der Decke achten solltest:

Draußen wird es kälter, die Tage werden kürzer und die Saison der Decken beginnt. Doch worauf muss beim Kauf einer neuen Decke  geachtet werden? Die Auswahl ist nämlich groß: dünn, dick, wasserfest, farblich ansprechend oder auch nicht, es ist von allem etwas dabei. Damit ihr in Zukunft genau wisst, welche Eigenschaften eure Decke erfüllen sollte, erhaltet ihr in diesem Artikel einen Überblick über die wichtigsten Qualitätsmerkmale einer Outdoor-Pferdedecke. So könnt ihr die beste Wahl für euer Pferd treffen und gemeinsam den kalten Temperaturen trotzen.

Welchen Zweck erfüllt eine Decke?

Grundsätzlich haben alle diese Decken unterschiedliche Funktionen. Pferde, die in der Natur leben und täglich mit Regen oder anderen Witterungen konfrontiert werden, entwickeln ein dementsprechend schützendes Fell. Das Fell der Pferde reguliert vieles von selber und passt sich den herrschenden Temperaturen an. Für unsere Pferde, ob Offenstall- oder auch Boxenhaltung, sieht das Ganze ein wenig anders aus. Sollten Reitpferde ein zu dickes Fell entwickeln, wird das Reiten rasch zum Albtraum. Denn ein nassgeschwitztes Pferd erkältet sich schnell und muss trocknen, bevor es zurück in seine Box gestellt wird. Eine einfache Abschwitzdecke kann dann auch nicht mehr helfen, denn diese kann nur eine gewisse Menge Feuchtigkeit aufnehmen. Deshalb decken viele Pferdebesitzer ihre Vierbeiner bereits ab Oktober oder November mit leichten Stalldecken ein und wechseln diese je nach Temperatur in eine dick gefütterte Decke. So müssen die Vierbeiner sich nicht vor dem Auskühlen schützen und entwickeln kein dickes Winterfell. Das macht es dem Besitzer deutlich leichter. Folgende Funktionen sollen also hauptsächlich von Decken erfüllt werden:

  • Schutz vor Kälte und anderen Witterungen
  • Schutz vor Fliegen und anderen Insekten
  • Vermeidung von Auskühlung nach dem Reiten
  • Feuchtigkeitsregulation
  • Wärme für bestimmte Körperpartien


Im Hinblick auf den kommenden Herbst und Winter folgen nun alle relevanten Informationen zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen:

DENIER/RIPSTOP

Denier ist das Maß für die Feinheit des Garnes, aus dem die Decke gewebt wurde. Je niedriger die Denier Zahl desto feiner das Garn und das daraus erzeugte Gewebe. Eine Decke mit hoher Denier Zahl ist also aus dichterem Gewebe gefertigt und ist reißfester und langlebiger als ein Produkt mit niedriger Denier Zahl. Ripstop bezeichnet Stoffe, die in einer speziellen Technik gewebt und besonders reißfest sind. Dabei werden dickere Fäden in das ansonsten dünnere Gewebe integriert. Vorteile von Ripstop-Geweben sind das sehr gute Gewichts-/Stabilitätsverhältnis und die Weiterreißfestigkeit. Das bedeutet, dass auch bei einem entstandenen Loch der Stoff nicht weiter aufreißt.

ATMUNGSAKTIVITÄT

Die Atmungsaktvität bezeichnet den Feuchtigkeitstransport zwischen innen und außen. Eine hohe Atmungsaktivität bedeutet eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit von innen nach außen. Eine hohe Atmungs-aktivität ist vor allem beim Abschwitzen nasser Pferde von Vorteil.

WASSERDICHTIGKEIT

Die Wasserdichtigkeit eines Stoffes wird mit der Höhe der Wassersäule angegeben. Die Wassersäule gibt an, wie viel Wasser auf dem Gewebe lasten kann, bevor es Feuchtigkeit durchlässt. Ab einem Wassersäulen-Wert von 1300 mm -1500 mm gilt ein Produkt als wasserdicht. 100 % wasserdicht ist z. B. eine LKW Plane, diese ist allerdings nicht mehr atmungsaktiv. Daher ist es wichtig, bei Regendecken darauf zu achten, dass Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität miteinander korrelieren. Häufig taucht auch der Begriff „wasserabweisend“ auf. Eine wasserabweisende Regendecke hält nur relativ kurze Zeit Regen stand! Der Begriff „wasserfest“ sagt nichts über die Wasserdichtigkeit einer Pferdedecke aus, lediglich, dass der Stoff sich nicht auflöst, wenn er in Berührung mit Wasser kommt!

FÜLLUNG

Die Füllung einer Pferdedecke wird in Gramm angegeben. Umso höher die Zahl desto dicker ist die Decke gefüttert und umso mehr Wärme spendet sie. Decken mit 0 g Füllung sind gar nicht gefüttert. Wenn es im Herbst und Winter kälter wird, kann man im Laufe der Zeit zu einer dickeren Decke greifen. Wir empfehlen dir eine wasserdichte Decke ohne Füllung nur zum reinen Regenschutz im Frühjahr, Herbst und Sommer zu benutzen. In der kalten Jahreszeit solltest du mindestens zu einer Decke mit einer leichten Füllung (50 g) oder Fleece zurückgreifen, da die Feuchtigkeit hier besser nach außen geleitet wird. Bei einer 0 g Decke kann der Kondensationseffekt an der Innenseite der Decke dazu führen, dass dem Pferd unter der Decke kalt wird.

TRAGEKOMFORT

Entscheidend für die Wahl der richtigen Decke ist die optimale Passform und ein angenehmer Trageform für dein Pferd. Anatomische Schnitte, Gehfalten, Bauchgurte und spezielle Verschlüsse im Brust- und Beinbereich gewährleisten, dass die Decke richtig sitzt und das Pferd sich wohlfühlt.

GUT ZU WISSEN

Kennst du das auch? Du nimmst die nasse Decke vom Pferd und legst sie über die Boxen Tür zum Trocknen. Nach kurzer Zeit fühlt sie sich auf der Innenseite klamm oder sogar richtig nass an. Der Grund dafür ist jedoch nicht, dass die Decke undicht ist, sondern dass die Körperwärme des Pferdes fehlt. Eine nasse Pferdedecke trocknet am besten auf dem Pferd! Das liegt daran, dass das Außenmaterial einer Regendecke eine halb-durchlässige Beschichtung hat, die verhindert, dass Wassertropfen von außen nach innen eindringen, gleichzeitig aber in der Lage ist den Wasserdampf (Körperfeuchtigkeit) durchzulassen. Nimmt man die nasse Decke also dem Pferd ab, zieht die Nässe nach innen, da kein Temperaturgefälle mehr zwischen innen und außen besteht.

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