Der erste Ausritt - worauf du achten musst

Ausreiten ist für viele das Schönste der Welt. Die meisten Reiter waren oder sind vor ihrem ersten Ausritt besonders aufgeregt. Egal, ob du ein erfahrener Reiter oder neu im Sattel bist: Wichtig ist, dass jeder das Einmaleins des Reitens kennt. Dazu zählen die ethischen Grundsätze, die Grundlagen zur Pferdegesundheit, Erste Hilfe, der Umgang mit Umwelt & Natur sowie allgemeine Verhaltensregeln beim Ausreiten. Du solltest sicher in allen drei Grundgangarten reiten können und auch mal einen kleinen Bocksprung sitzen können.

Das Einmaleins haben wir dir hier einmal zusammengefasst:

  • Generell gilt, dass dein Pferd an Bewegung unter dem Sattel gewöhnt sein sollte. Anschließend kannst du dein Pferd behutsam an den Straßenverkehr und das Gelände gewöhnen. Am besten ist es, wenn du Freunde oder Familie beim Ausreiten dabei hast. So ist es für alle sicherer und natürlich macht es in der Gruppe mehr Spaß als allein.

  • Gerade beim Thema Sicherheit ist es selbstverständlich, dass du immer einen bruch- und splittsicheren Reithelm mit Drei- bzw. Vierpunktbefestigung aufhast, wenn ihr ausreiten geht! Ebenso müssen Zaumzeug und Sattel regelmäßig auf ihre Verkehrssicherheit hin kontrolliert werden, um die Verletzungsgefahr zu verringern. Reite aus dem gleichen Grund auch niemals mit einem müden Pferd. Müde Muskeln neigen dazu zu verspannen und sind anfällig für Verletzungen.

    Beim Reiten sollte man generell auf keinen Fall die eigene Sicherheit außer Acht lassen. Neben dem Schutz des Kopfes durch einen Reithelm sollte man auch an den Schutz des Oberkörpers und der Wirbelsäule denken. Für diesen Zweck gibt es Sicherheitswesten für Reiter, die dir im Notfall das Leben retten können.

    Noch mehr Sicherheit bei Solo-Ausritten im Gelände verspricht der Reithelm „elexxion Tocsen“ von uvex mit intelligentem Notrufsystem. Der in der anatomischen Größenanpassung integrierte Tocsen Sturzsensor wird via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden und löst nach einem Sturz automatisch einen Notruf inklusive Notfallortung aus.

  • Informiere dich über die gesetzlichen Regelungen für das Reiten im Gelände in deiner Region und reite generell nur auf ausgewiesenen Wegen und Straßen. Ausgewiesene Fuß-, Wander- und Radwege sowie Uferböschungen und Biotope sind tabu! Verzichte bitte ebenso auf einen Ausritt, wenn Wege wegen längeren Regenperioden aufgeweicht sind, da die Verletzungsgefahr zu hoch ist. Wenn du dennoch ausreiten gehst, nimm Umwege in Kauf und passe dein Tempo dem Gelände entsprechend an. Dies gilt auch, wenn ihr Fußgängern, Radfahrern, Reitern, Gespannfahrern oder Kraftfahrzeugen begegnet. Reite hier nur im Schritt!

  • Sollten dennoch einmal Schäden entstehen, melde diese bitte und sorge z.B. durch eine Versicherung für einen entsprechenden Schadensersatz. Das kann immer mal passieren, wenn sich dein Pferd beispielsweise mal im Gelände erschreckt und ist keine Schande.

  • Nach eurem Ausritt werden die Pferde als erstes versorgt. Dazu zählt sorgfältiges Hufauskratzen, damit evtl. festsitzende Steinchen entfernt werden. Man kann die Pferde mit dem Schlauch abspritzen oder mit einem Schwamm abwaschen, wenn es warm genug ist. Wenn es allerdings kühler ist, sollten sie mit einer Abschwitzdecke eingedeckt werden.

Geländeübungen

In fast jedem Gelände gibt es die Möglichkeit dein Pferd weiter auszubilden. Wir haben dir hier einige Übungen zusammengestellt, die die Muskeln deines Pferdes fördern, ohne den Pferdekörper zu überlasten. Dein Pferd lernt mit Umweltreizen souverän umzugehen, wird zufriedener und weniger ängstlich sein. Das kann später auch bei Turnieren nützlich sein!

  • Bergauf und bergab reiten stärkt die Muskeln
    Wenn du mit deinem Pferd bergauf reitest, ist dein Pferd gezwungen mit der Hinterhand stärker zu schieben, was wiederum die Muskeln der Hinterhand beziehungsweise die Schubkraft fördert. Wiederum beim bergab reiten wird die Tragkraft gefördert, da dein Pferd sich auf seine Balance konzentrieren muss. Auf natürlichem Boden muss dein Pferd seinen Körper auch besser kontrollieren als auf dem platten Sandplatz, wodurch es sich vielleicht sogar mehr anstrengen muss.

    Wenn du bergab reitest und anhältst, bringt jedes Pferd die Hinterbeine etwas weiter unter den Körper als auf geraden Flächen. Das fördert die Fähigkeit zur Hankenbeugung und viele Pferde verstehen so recht leicht, dass sie geschlossen halten sollen. Wenn du die Fähigkeit zur Hankenbeugung noch weiter steigern möchtest, kannst du versuchen mit deinem Pferd rückwärts bergauf zu treten. So werden Balance und Körperbeherrschung gefördert. Wähle für beide Übungen aber erstmal nur leichte Steigungen aus.

  • Übungen für Haltung, Tempo und Wendungen
    Tempowechsel jeglicher Art sind ein gutes Krafttraining. Da dein Pferd im Gelände häufig mehr Go verspürt als in der Halle, kannst du Tempowechsel gut zur Entwicklung von Verstärkungen nutzen. Um die Verletzungsgefahr zu verringen, solltest du das Grundtempo etwas niedriger wählen als dein Pferd es anbietet. Über treibende Schenkelhilfen und deinen Sitz kannst du die Tritte bei gleichbleibender Frequenz verlängern. Wenn du aber spürst, dass dein Pferd sich verspannt, musst du sofort abbrechen. Zusätzlich kannst du beim bergauf und bergab reiten versuchen das Tempo zu halten, indem du dein Pferd bergab nicht eilen und bergauf nicht schleichen lässt, wodurch (wie oben erwähnt) die Muskeln und die Balance zusätzlich gestärkt werden. Variiere beim Reiten auch immer wieder die Haltung deines Pferdes, indem du die Zügel mal kürzer und mal länger nimmst. Dadurch wird der Untertritt gefördert und die Oberlinie trainiert und gelockert. Um zusätzlich einen gymnastischen Effekt zu erzielen, reite mit deinem Pferd Wendungen um Bäume, während du dein Pferd um den inneren Schenkel biegst und mit der äußeren Hand führst.

  • Reiten in der Gruppe
    Wenn du in der Gruppe reitest, kann es vorkommen, dass dein Pferd seinem Herdentrieb folgt und nicht mehr auf dich und deine Hilfen achtet. Deswegen solltest du immer wieder mal Gehorsamsübungen einschieben, indem du öfter eure Position variierst. Mal reitest du hinten, dann wieder vorne. So kann dein Pferd lernen, dass das Überholen nicht automatisch in einem Wettrennen enden muss. Wichtig ist dabei, dass dein Pferd bei dieser Übung ruhig und gelassen bleibt.

  • Hindernisse
    Wie bereits erwähnt ist es sehr wichtig, dass der Boden, auf welchem ihr reitet, stabil ist und keine Verletzungsgefahr besteht. Wenn dies der Fall ist, geben kleine Baumstämme und schmale Gräben gute Hindernisse ab. Fangt zunächst im Schritt an, bevor ihr ein höheres Tempo reitet. Dein Pferd lernt hierbei seine Schritte bewusst zu setzen.

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