Die 10 verschiedenen Hallenreiter

Der Winter ist so gut wie da und in vielen Reitställen beginnt schon jetzt die Hallenzeit. Und in den meisten Ställen bedeutet das gerade unter der Woche in den Abendstunden: „Rush Hour“! Wer kennt das nicht? So tummeln sich dann abends alle Reiter gleichzeitig in der Halle, schließlich will jeder seinen liebsten Vierbeiner auch in der kalten Jahreszeit ausreichend bewegen. Meistens ist es aber auch so, dass dann die verschiedensten Arten von Reitern zusammen finden, die sich im Sommer gekonnt aus dem Weg gegangen sind. Und die verschiedenen „Reiter-Typen“ sind wohl in jedem Reitstall gleich. Nicht wahr? Wir haben mal die bekanntesten Arten für euch aufgelistet.

Die „Keine-Rücksicht-auf-Verluste“-Reiter

Meist handelt es sich hierbei um Turnierreiter, schließlich reiten sie das ganze Jahr über auf überfüllten Abreite Plätzen, wo der Begriff „Rücksicht“ oftmals ein Fremdwort ist. Also wird einfach im starken Trab durch die Diagonale gebrettert und jeder Mitreiter kann froh sein es schnell genug aus der Schussbahn zu schaffen. Übt der Dressureiter seine Aufgabe, gilt es, bloß nicht im Weg rumzureiten, denn man kann nicht erwarten dass von der vorgeschriebenen Linie der Aufgabe abgewichen wird. Dabei ist es übrigens egal ob die anderen diese Linienführung nun kennen oder nicht. Genauso verhält es sich übrigen mit dem Springreiter, der möchte sein Pferd ja auch im Winter über ein paar Hindernisse hüpfen lassen. Ob da nun einer oder 10 andere Pferde in der Halle sind, es wird ein Sprung aufgebaut und der Rest der Reiterschaft hat zu gucken, wo er bleibt, wenn ohne Ansage das Hindernis genutzt  wird.

Die „Paniker“

Diese Reiter sind eher selten zusammen mit den Rücksichtslosen in der Halle zu finden. Zumindest wäre ihnen das so am liebsten. Schließlich ist Aufregung und Chaos genau das, was ihre Pferde in keinem Fall ertragen und diese meist lammfrommen Tiere zu echten unkontrollierbaren Wildpferden werden lässt. Bitte immer genug Abstand halten in jeder Situation, am besten gar nicht schneller als im Schritttempo vorbei reiten, vor allem dann nicht wenn gerade Nachgegurtet wird. Das ist schließlich lebensgefährlich. Und Springen in der Halle? Undenkbar, wenn einer der Paniker gerade sein Pferd bewegt, das ist doch viel zu aufregend.

Die „Quatschtanten“

Klar wer geht nicht auch in den Stall, um sich dort mit den besten Reiterfreundinnen zu unterhalten oder mit den Stallgenossen über dies und das zu fachsimplen? Ist ja auch gar kein Problem, aber die sogenannten Quatschtanten unterhalten sich natürlich am liebsten auf dem Pferd in der Halle, denn das Schrittreiten ist sonst viel zu langweilig. Dabei ist es egal wie viele andere Reiter gerade ihr Pferd bewegen möchten, gibt es gerade etwas spannendes zu besprechen (und das gibt es immer!) wird zu zweit, dritt oder sonst wie vielen nebeneinander her geritten um auch ja nichts zu verpassen, was der andere so aus dem Nähkästchen plaudert. Und wenn jemand entgegen kommt? Egal, derjenige kann ja schließlich auch mal ausweichen ohne das Gespräch zu stören.

Die „Stummen“

Im Gegensatz zu den Quatschtanten gibt es die so genannten stummen Reiter. Sie führen nicht nur keine überflüssigen Gespräche während des Reitens, sie sagen einfach überhaupt nichts. Egal ob ein „Tür frei bitte“ wenn man die Halle betreten möchte oder ein Ankündigen des Handwechsels. Die Stummen sagen nichts, sie machen es einfach. Die anderen werden es schon merken, wenn man reinkommt, die Hand wechselt oder einfach irgendwo mitten auf dem Hufschlag stehen bleibt. Und wenn sich die anderen Mal beschweren? Auch egal, ein „Entschuldigung“ bekommen sie auch nicht über die Lippen.

Die „Schnalzer“

Alles andere als stumm sind die Schnalzer. Jeder kennt sie, die Reiter die pausenlos ihr Pferd anschnalzen. Das geht schon beim Betreten der Halle los, das Pferd muss schließlich einen Schritt schneller und motivierter hinterher kommen und dafür ist das Schnalzen doch super geeignet. Und so zieht es sich durch die ganze Reitstunde. Schnalzen beim Anreiten, Schnalzen bei jeder Lektion, sogar manchmal ein Schnalzen beim Halten, damit die Hinterhand auch ja ordentlich herantritt. Und wenn man sich denkt, dass das „beschnalzte“ Pferd sich wenigsten auf das Trockenreiten freuen kann, liegt man da falsch. Denn der Vierbeiner geht natürlich viel zu langsam Schritt und da muss auch mit lautstarkem Schnalzen gegengearbeitet werden. Was die anderen Pferde davon halten? Das ist dem Schnalzer egal, schließlich können die doch weghören und wissen ganz genau, dass nur das eine Pferd gemeint ist.

Die „Besserwisser“

Dabei handelt es sich um Reiter (in nicht sehr seltenen Fällen aber auch Nicht-Reiter), die nicht nur in der Halle sondern auch an der Bande stets zu finden sind. Und sie wissen grundsätzlich immer, was besser für jedes Pferd und jeden Reiter ist und wie die Lektion besser geritten werden sollte oder wie man besser auf dem Pferd sitzen könnte. Dabei ist es auch egal, ob der Besserwisser selber erfolgreich alles beherrscht, was er zu lehren versucht. Die Besserwisser wissen es nun  mal besser und Punkt. Man sollte auch jegliche Diskussion vermeiden, am Ende hat man so oder so Unrecht.

Die „Schicki-Micki“- Reiter

Davon gibt es mindestens einen Reiter, oftmals eine Reiterin im Stall. Egal ob Sommer oder Winter, das Outfit sitzt und zwar an Pferd und Reiter. Stets perfekt gestylt und farblich aufeinander abgestimmt drehen die Schicki-Micki-Reiter mit ihren Schicki-Micki-Pferden ihre Runden in der Halle. Die Reithose passt nicht zu Schabracke oder die Abschwitzdecke nicht zu den Bandagen? Ein No-Go! Und nein, nur weil zwei Sachen blau sind, passen sie nicht automatisch zusammen. Natürlich steht es außer Frage, dass die Schicki-Micki-Reiter auch immer  Trendsetter sind und jede neue Kollektion sofort und komplett im Spind bzw. am Pferd haben. Man muss seinem Ruf schließlich gerecht werden.

Die „Langsamen“

Wer kennt sie nicht? Diese  Reiter die schon auf dem Pferd sitzen, wenn man selber in den Stall kommt und wundersamer Weise immer noch auf demselben Pferd sitzen, wenn man schon lange fertig ist und wieder nach Hause fährt. Im Grunde ist diese Ausdauer und Geduld schon bewundernswert, ob das Pferd das auch so sieht, ist wohl eine andere Frage und ob das ganze immer so sinnvoll ist auch. Aber die gefühlten zwei Stunden wird ja auch nicht permanent trainiert. Schließlich muss auch vorher und nachher und  zwischendurch ausreichend Schritt geritten werden. Ach und wenn das Handy klingelt, kann es ja auch etwas Wichtiges sein und das Pferd hat mal wieder eine Schrittpause verdient.

Die „Turbo“-Reiter

Mit Trödelei können diese Reiter schon mal gar nichts anfangen. Das Pferd ist nicht nur innerhalb von fünf Minuten geputzt, gesattelt und steht in der Halle, nein das Reiten gestaltet sich ähnlich schnell. Schließlich ist ja auch Winterpause, eine kurze Reiteinheit reicht also und wenn die „Turbo“-Reiter nicht gerade noch zig andere Pferde bewegen müssen, haben sie immer einen Grund sich zu beeilen. So braucht man sich auch nicht wundern, wenn man nach ausgiebiger Putzphase in die Halle kommt und der „Turbo“-Reiter schon auf dem nächsten Pferd sitzt. Hat man nicht gerade noch nebeneinander am Putzplatz gestanden?

Die „Zicken“

Wer glaubt seine mehr oder weniger vorhanden Marotten einfach in der Halle ausleben zu könne, der hat die Rechnung ohne die allbekannten Zicken gemacht, denn sie haben in jedem Fall immer was zu meckern. Du weichst mal nicht schnell genug aus oder wechselst schon wieder die Hand? Das ist ein böser Fehler, der auch direkt passend kommentiert wird. Vielleicht gehörst du auch zu den Glücklichen, die nur ein bitterböser Blick trifft. Aber Vorsicht, zu viele böse Blicke bedeuten, dass du bald die geballte Ladung Zickenterror zu spüren bekommst. Also bloß nicht auffällig werden und wenn es doch passiert auf keinen Fall diskutieren! Das kann die Zicke nämlich viel besser und lässt ihre Sympathie für dich nicht gerade steigen.

Und erkennt ihr den einen oder anderen Stallkollegen wieder? Oder reiten bei euch noch ganz andere Typen rum?

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